Mittwoch, 12. August 2009

Beobachtungen aus Berlin

Die erste Saisonniederlage ist Geschichte. Irgendwie war sie befürchtet worden, irgendwie war sie erwartet worden - und irgendwie fiel sie weniger deutlich aus als es ein Großteil der Roten Anhängerschaft befürchtet hatte. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass Hertha in dieser Spielzeit eben doch mit Wichniarek statt mit Pantelic und Voronin spielt; zum anderen auch daran, dass 96 vielleicht doch gar nicht so schlecht ist wie es die Vorbereitung befürchten ließ. Wir dürfen jedenfalls auf das erste Heimspiel gegen den selbsternannten Karnevalsverein aus Mainz gespannt sein. Denn da geht es ja schon fast um alles.

In Berlin hat sich jedenfalls einmal mehr gezeigt, dass in der gemeinhin Olympiastadion genannten Riefenstahl-Kulisse kein Fußball gespielt werden sollte. In der gigantischen und gigantisch-gesichtslosen Schüssel kommt ganz einfach keine Stimmung auf. In Zeiten, in denen wir gemütliche Bier-und-Bratwurst-Buden wie das Ruhrstadion in Bochum feiern oder uns von der puren Kulisse eines Westfalenstadions begeistern lassen (das sich hinter Giuseppe Meazza oder Camp Nou sicher nicht verstecken muss, obwohl es auch nur eine riesige Betonwüste ist), wirkt das Olympiastadion wie ein fürchterlich langweiliger Anachronismus.

Die Auszeichnung für den Spieltags-Vollidioten geht übrigens an einen besoffenen Hertha-Anhänger, der in der S-Bahn rauchend einem etwa 13-jährigen Nachwuchsfan erklärte, er fahre am kommenden Wochenende nur nach Schalke, um sich "zu kloppen" (was ganz besonders verwunderlich ist, da Hertha in Gladbach spielt!). Abgesehen davon, dass er ein Paradebeispiel dafür abgibt, was wir beim Fußball nicht brauchen, dürfte er nicht gerade dazu begetragen haben, den Kurzen zu einem begeisterten Stadiongänger zu machen. Klar, wir wissen schon, dass Hertha gerade im Verhältnis zur Einwohnerzahl Berlins nicht viele Fans hat. Aber eigentlich dachten wir immer, das fänden die schlecht?!

SIR

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